Gespräch mit der Geschäftsführung

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„Der Anteil erneuerbarer Energie an der Gesamtproduktion wird während der nächsten zehn Jahre auf 25 Prozent gesteigert.“

DI Friedrich Pink

Wien Energie hat ein ambitioniertes Investitionsprogramm vor sich, rund 2 Mrd. Euro in den nächsten fünf Jahren. Welche Ziele verfolgen Sie damit?

Pink: Den Schwerpunkt unserer Vorhaben bildet neben den laufenden Investitionen in die Netzinfrastruktur weiterhin der Ausbau unserer Energieerzeugungskapazitäten, um die Abhängigkeit vom externen Strombezug weiter zu reduzieren. Mit dem Repowering des Kraftwerks Simmering 1, des größten erdgasbefeuerten Kraftwerks in Österreich, haben wir im vergangenen Geschäftsjahr einen großen Schritt in diese Richtung gesetzt. Die Erneuerung eines weiteren bestehenden Kraftwerksblocks prüfen wir derzeit. Bestehende Standorte bestmöglich zu nutzen, bringt nicht nur Kostenvorteile bei der Errichtung – diese Ersatzinvestitionen stellen weiters sicher, dass wir über die modernsten und damit auch effizientesten Technologien verfügen, die derzeit auf dem Markt sind.

Grüneis: Wir verfolgen aber nicht nur solche Großprojekte im thermischen Kraftwerksbereich, sondern investieren auch massiv in den Ausbau der erneuerbaren Energien. In unserem Heimatmarkt sind die Möglichkeiten für Wasser- und Windkraft aber bereits ausgeschöpft bzw. nur noch begrenzt vorhanden. Um dennoch ökologisch vertretbares und wirtschaftlich sinnvolles Wachstum erzielen zu können, setzen wir unser Know-how verstärkt auch international ein – bei mehreren Wasser- und Windkraftprojekten in den östlichen Mitgliedsländern der EU ist uns das schon erfolgreich gelungen.

Pink: Bei dieser Expansion folgen wir sehr klaren Prinzipien: Wir konzentrieren uns auf jene Bereiche, in denen wir absolute Experten sind – Wasser, Windkraft, Kraft-Wärme-Kopplung und thermische Abfallverwertung im Sinne von „Waste to Energy“. Experimente mit unsicherem Ausgang entsprechen dabei ebenso wenig unserer Gesinnung wie Märkte, die wir hinsichtlich operativer oder regulatorischer Risiken nicht verlässlich einschätzen können.

Grüneis: Dabei geht es uns letztlich darum, dass wir mit diesen Investitionen unsere Unabhängigkeit absichern, die für eine verlässliche Versorgung unseres Heimatmarktes notwendig ist. Wir müssen uns auf einem internationalen Energiemarkt behaupten und müssen daher auch selbst international denken und agieren. Der Expansionsfokus bleibt auf der Energieerzeugung, das Erschließen von neuen Endkundenmärkten ist für uns derzeit kein Thema.

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